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Intelligente Accessoires

21. Mai 2013 / Kategorien: Technologien, Unsere Arbeit

Es ist ein Trauerszenario für jedermann:

Nach Feierabend möchtest du noch einen Kumpel sehen. Du hast noch etwas Zeit bis ihr euch im Cafe trefft und nutzt die Gelegenheit, um dir leichte Hosen für den Sommer zu kaufen. Du eilst zum Cafe, wo dein Freund dich bereits erwartet und ihr verbringt etwas Zeit bei netten Gesprächen. Der Bus auf dem Heimweg ist mal wieder überfüllt, doch du kannst noch einen Platz ergattern. Zuhause angekommen fällt dir plötzlich auf, dass deine Schulter ungewöhnlich leicht ist.

Jetzt schießt es dir durch den Kopf: „Habe ich meine Tasche im Büro liegen lassen? In der Umkleide vergessen? Im Cafe? Oder vielleicht doch im Bus?“ Es ist ärgerlich etwas zu vergessen, noch schlimmer ist es aber, wenn man sich nicht mehr daran erinnert, wo man es vergessen hat.

 

Diesem Problem widmen wir uns zurzeit verstärkt bei der Entwicklung einer Notebook-Tasche. Grade weil der Inhalt in heutigen Zeiten immer wertvoller zu werden scheint, sind wir sehr daran interessiert da eine smarte Lösung zu finden. Man kennt es aus Action-Filmen, Leute zeichnen ihre Laufstrecken auf, Navigationsgeräte helfen mit dem Weg — Begriffe wie GPS, Tracking und Ortung sind allgegenwärtig. Wenn mein Smartphone das kann, warum bring ich es nicht auch meiner Tasche bei?

Wünschenswert wäre es, wenn man die Tasche jederzeit orten könnte und über eine Landkarte die genaue Position angezeigt bekäme. Im Falle eines Diebstahls könnte man so den Täter sogar eiskalt überführen. Doch so einfach ist das alles nicht.

Für so eine Lösung benötigt man zunächst einen GPS-Empfänger, der die Daten der Satelitten für die Lokalisierung verarbeiten kann. Diese Daten müssen dann irgendwie abgerufen werden können. Die einfachste und meist verbreitete Lösung dafür bietet GSM, also das Mobilfunknetz. Dafür wiederum benötigt man eine SIM-Karte und weiterhin einen Tarif damit eine Kommunikation stattfinden kann. So könnte man die Koordinaten per SMS anfordern und anschließend über Google Maps auslesen. Es gibt bereits dutzende Komplettlösungen die auf diesem System beruhen. Nach einer smarten Lösung klingt das offensichtlich nicht.

Das Gerät ist entweder sehr groß oder seine Kosten sind es, was dann in keinem Verhältnis zum Gesamtpreis der Tasche steht. Durch die SIM-Karte entstehen weiterhin laufende Kosten und auch der Abruf der Daten ist mit Wartezeit und Rumgetippe verbunden. Doch abgesehen von den Kosten und der bescheidenen Benutzerfreundlichkeit werden wir unseren Wünschen auch in technischer Hinsicht nicht gerecht. Die GPS-Ortung funktioniert selbst bei optimalster Verbindungsqualität für Consumer nur auf 5-10m genau. Befindet sich der Empfänger im Gebäude, verliert man an Signalstärke und somit auch an Präzision. Man kann sich leicht ausmalen, was das für eine Suche im Mehrfamilienhaus bedeuten würde.

proximo_app

Weil wir aber nicht auf GPS verzichten können, möchten wir wenigstens die Benutzerfreundlichkeit und den Preis optimieren. In einem System von Kensington haben wir unseren Favoriten gefunden. Es erlaubt uns auf GSM, SIM-Karte, Tarife, SMSen und Wartezeiten zu verzichten. Genaugenommen verzichten wir nicht ganz darauf, sondern nutzen ein iPhone als Wirt für die Ortung. Eine kleine Bluetooth-Wanze in der Größe eines Schlüsselanhängers verschwindet in der Tasche und ist in ständigem Kontakt zum iPhone, das sich optimalerweise in der Hosentasche befindet. Mit einer kostenlosen App namens Proximo können wir diese Wanze konfigurieren und sogar noch 4 weitere hinzufügen. Man stellt die Sensibilität ein — die Entfernung zur Wanze, bei der die App Alarm schlagen soll. Wenn man also den sicheren Bereich verlässt, weil die Tasche allein im Cafe sitzen geblieben ist, dann schlägt die App Alarm. Falls die Entfernung so groß wird, dass die Verbindung zur Wanze unterbricht, dann merkt sich die App den letzten verfügbaren Standort und zeigt diesen auf der Karte an. Sobald die Verbindung wieder hergestellt ist wechselt die Ansicht zur präziseren Peilsender-Ansicht. So kann man quasi Topfschlagen bis man wieder exakt zur Tasche gefunden hat. Vor einem Diebstahl rettet diese Lösung uns nicht, aber für ca 20,- haben wir doch das beste aus der Situation gemacht.

Wie es mit der Tasche weitergeht wissen wir noch nicht, aber wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.




Dieter Pries

Dieter Pries ist der CTO der Kreativagentur NPIRE und als solcher sehr erfahren mit Webtechnologien und generell der kreativen und interaktiven Inszenierung von Marken und Produkten. Er hat einen Hang zum Design und kann so konzeptionell die Lücken zwischen Technik, Design und der Strategie schließen.

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